Faust II 4. Akt

(Lesezeit: 2 Minuten)

Faust fliegt auf einer Wolke gen Heimat. Auf einem Gebirge macht er Zwischenstop. – Die Wolkenbildungen gestatten ihm eine Vision von Helena (möglicherweise hilft ihm das bei der Bewältigung der Trauer). Doch dann erinnern ihn andere Wolken an Margarete, und er merkt, daß er sich ihr weit verbundener fühlt als Helena. (Möglicherweise fördert das seine Weiterentwicklung, denn Margarete ist ein Vorbild: Margarete hat ihre jüngere Schwester aufopferungsvoll gepflegt, weil die Mutter lange krank war.)

Der Blick von seinem Wolkenluftschiff aufs Meer hat Faust auf eine Idee gebracht: Er will das Meer eindämmen und Land gewinnen. – Mephisto versucht noch, ihn davon abzubringen und führt ihn mit der Aussicht auf viel Ruhm und Sex in Versuchung. Doch Faust findet Wohlleben mit viel Geld und Sex abgeschmackt und gelingende Tätigkeit macht ihm Ruhm entbehrlich. „Die Tat ist alles, nichts der Ruhm.“)

Die Gelegenheit für Fausts Idee ist günstig: Die Finanzblase, die Mephisto aufgeblasen hat, ist geplatzt, die Wirtschaftskrise hat zu einem Bürgerkrieg geführt, die Entscheidungsschlacht steht bevor.

Faust ist genervt: „Schon wieder Krieg, der Kluge hörts nicht gern“. Doch Mephisto kriegt ihn rum, Kriegsgewinnler zu werden: „Krieg oder Frieden! Klug ist das Bemühen, zu seinem Vorteil etwas rauszuziehen!“ .

Mephisto hilft dem Kaiser, die Schlacht zu gewinnen. Dem Kaiser ist die Sache nicht geheuer, er will eigentlich keine Zauberei. Da erklärt Faust ihm die Bedenken weg. Der Kaiser scheint nicht wirklich überzeugt von Fausts Erklärungen, aber weil er Zauberei gerade mal wieder bitter nötig hat, läßt er sich drauf ein.

Die Rechnung dafür wird ihm hinterher vom Erzbischhof präsentiert: Weil der Kaiser sich auf Zauberei eingelassen hat, muß er der Kirche jede Menge Zugeständnisse machen. Unter anderem auch: daß die Kirche in Fausts neuem Land Steuern erheben darf.

weiterlesen: 5. Akt und Epilog

Zum Faust-Pfad (Überblick über alle Beiträge zur Interpretation

—- Wikipedia-Eintrag zu Sardanapal (Für Faust die Verkörperung abgeschmackten Superreichen-Daseins)

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